BRT 2016

Sonntag, 24.07.2016

Um 7:45 Uhr starte ich mit Felix von Gevelsberg nach Bonn zum Bundesradsporttreffen 2016. Wir wollen die ganze Woche dort teilnehmen. Mit uns sind noch Regina und Lothar Hagemeier vor Ort, Ewald Lünemann reist jeden Tag an und als Gastfahrer ist Angelika Fligg mit dabei.
Am Start angekommen erhält jeder Teilnehmer eine Erinnerung in Scheckkartenform mit persönlichen Daten und dem Emblem des BRT 2016. Leider folgt auch gleich die erste Ernüchterung mit 7.- Euro Startgeld pro Tag und Teilnehmer (Trimmfahrer zahlen 12.- Euro !!!). Schlucken, tief durchatmen, Startstempel abholen und los geht die Runde. Neben einem sehr schweren Radmarathon in die Eifel mit 2400 Höhenmetern gibt es Strecken über 50km, 73km und 111km. Wir entscheiden uns für die 73km. Auf den ersten 10km queren wir den Rhein über die Friederich-Ebert-Brücke und fahren quer durch Bonn bis an den Fuß der Eifel. Nach Verlassen des Stadtgebietes geht es über ruhige Straßen und kleine Ortschaften  durch das Vorgebirge. Kontrolle für die 40 und 70 km ist am Sportplatz Flerzheim. Dort treffen wir auf Regina und Lothar. Gesprächsthema Nummer eins: Dass Startgeld. Auch die Freiwilligen, die die Betreuung an der Kontrolle übernommen haben, werden immer wieder damit konfrontiert. Nach etwa drei Stunden sind wir wieder am Ziel. Die nächste Überraschung erwartet uns in Gestalt der Preise für Kaffee, Kuchen und die anderen Angebote an Speisen und Getränken. Sie wurden im Vorfeld als radfahrerfreundlich angepriesen, kennen wir aber bisher anders. Also, abmelden und nichts wie weg. Der Einzug in unsere nette Ferienwohnung steht nun an. Abends dann noch einen kleinen Spaziergang und Imbiss im ‚Blauen Affen‘, einem Gartenlokal am Rhein.

 

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Montag, 25.07.2016

Um 8:30 Uhr fahren wir mit Angelika gemeinsam zum Start an der Gesamtschule Bonn-Beuel. Heute geht es auf die Flughafenrunde. Wir verlassen Bonn Richtung Siegaue um dann weiter nach Norden Richtung Köln zu fahren. Auch heute führt die Route meist über schöne Nebenstraßen ohne viel Autoverkehr. Nach der ersten Kontrolle bei Niederkassel Uekendorf geht es zum Rhein und wir folgen dem Fluss eine Weile über den Deich bis Porz. Richtung Flughafen Köln-Wahn  geht es anschließend. An einer Stelle mit Blick auf das Flugfeld mache ich eine kurze Pause, um den Betrieb zu beobachten, bevor Kontrolle Zwei erreicht wird. Bisher eine Flachetappe, was sich aber nun, auf der Runde ins Bergische Land abrupt ändern soll. Rösrath, Forsbach, Hoffnungsthal, Untereschbach und Heiligenhaus sind Stationen, in denen es immer wieder rauf und runter geht. Zum Teil bekannte Passagen der RTF Runde um Schloss Bensberg. Nach 40 anstrengenden Kilometern und mal wieder Schmerzen im Knie, erreichen wir die Kontrolle, stärken uns ein wenig und es geht relativ flach weiter. Hinter Troisdorf dann entlang des Siegradweg zurück zum Startort.

 

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Dienstag, 26.07.2016

Start wieder um 8:30 Uhr vor unserer FeWo Richtung Startort an der Gesamtschule. Die heutige Tour geht durch das Drachenfelser Ländchen. Die Strecke verläuft westlich von Bonn bergauf am Frauenhofer Institut vorbei über die Höhen, bis wir in Niederdollendorf den Rhein erreichen. Den Rhein hinunter bis zur Rheinfähre in Bad Honnef. Hier ist die erste Kontrolle; ein wenig Verpflegung aufnehmen und mit der Fähre auf die andere Rheinseite. Noch ein wenig den Rhein hinunter um dann auf etwa sechs Kilometern  durch das Tal des Unkelbaches die Höhen (etwa 230 mÜNN) des Drachenfelser Ländchens zu erreichen. Anschließend geht es, immer mal wieder bergab und bergauf, auch mit steileren Anstiegen, zur nächsten Kontrolle nach Villip. Das anfangs trübe Wetter wird immer besser, die Sonne strahlt und so fällt die Entscheidung für die 100er Strecke leicht. Die Höhe isr erreicht und es rollt in landschaftlich schöner Umgebung weiter. Leider bleibt uns die Sonne nicht erhalten, und der erste Regen erreicht uns kurz vor der Kontrolle. Zurück geht es mit bei regnerischem Wetter  zum Rhein bei Bad Godesberg und über die Friedrich Ebert Brücke zurück zu Start und Ziel. Felix hat heute zwei Radsportkollegen aus Huchem-Stammeln kennen gelernt, mit denen er mitgefahren ist. Sie haben sich auch für morgen verabredet.

 

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Mittwoch, 27.07.2016

Heute wollen wir in den Westerwald. Nach der Anmeldung führt die Strecke wie gestern auch am Frauenhofer Institut vorbei (geht bergan und das Knie jubelt). Entlang des Siebengebirges führt die wellige Route vorbei an Obstplantagen. Eine Weile begleiten uns A3 und die ICE Strecke nach Köln / Frankfurt. Schöne Strecke bei herrlichem Wetter; Felix mit den Kollegen von gestern unterwegs; genieße ich die Tour. Bei Hennef dann die erste Kontrolle und anschließend die Streckenteilung. Der Westerwald wartet. Ein paar Kilometer durch das Hanftal und dann beginnt der Anstieg hoch nach Buchholz. Auf drei Kilometern 100 Höhenmeter. Nun steht wieder die Entscheidung an weiter auf der 100er Strecke oder zurück. Eine kurze Pause an einer Bushaltestelle, etwas trinken, ein Foto und weiter in Richtung Asbach. Die lange Route ist schön zu fahren; einen uralten Asbacher sehe ich aber nicht. Felix und seine Begleiter haben mich in der Zwischenzeit überholt  und ich treffe sie an der Kontrolle in Neuwied wieder. Schon am Morgen wurde an Kontrolle eins von einem etwa neun Kilometer langen Anstieg mit bis zu 9% Steigung berichtet. Dieser Weg steht uns nun bevor. Raus aus dem Wiedtal, A3 und ICE Trasse wieder in Reichweite immer bergan, die Wiedbachtalbrücke im Rücken. Eine schöne Aussicht belohnt für die Mühen. Leider ist das Wetter etwas trüb und die Sicht nicht ganz so gut. Weiter Richtung Norden teils leicht bewaldet erreichen wir wieder den morgendlichen Kontrollpunkt bei Bad Hennef. Dort bereitet man sich schon auf den Feierabend vor; ich muss aber noch zurück nach Bonn. Der Siegtal Radweg führt mich ruhig und genüsslich zurück nach Bonn Beuel. Felix und Anhang sitzen schon beim alkoholfreien Weizenbier. Ich setzte mich dazu und genieße auch eines dieser hochpreisigen Getränke.

 

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Donnerstag,  28.07.2016

Aufstehen, ein Blick aus dem Fenster; es regnet. Wieder hinlegen. Dann doch mal frühstücken. Das Wetter ist trocken. Ich ziehe mich an, Felix bleibt zu Hause. Regenjacke einpacken, Überschuhe über die Rennradschuhe stülpen und los geht es. Heute ins Oberbergische. Vom Start an der Schule geht es zur Sieg und auf dem Radweg entlang des Flusses bis nach Hennef. Der Regen hält sich zuerst etwas zurück. Dafür habe ich das ‚Vergnügen‘, zwei defekte am Hinterrad zu reparieren. Nach der Kontrolle in der Nähe des Gasthauses Sieglinde geht es dann ins Oberbergische. Recht zügig geht es ziemlich steil bergan. Doch hat man einmal eine gewissen Höhe erreicht geht es wellig weiter. Im Prinzip geht es rund um die Wahnbachtalsperre.  Jedoch haben Talsperren auch Zuflüsse. Hier heißt es dann zweimal hinunter ins Tal und gleich wieder bergan. So erreiche ich dann nach etwa 50km wieder die Kontrolle an der Sieglinde. Das Wetter hat sich zwischenzeitlich sehr verschlechtert. Es regnet recht heftig. Also nur kurz gehalten und zurück Richtung Start und Ziel. Die ganze Woche über hätten wir uns oftmals über eine bessere Ausschilderung gefreut, uns jedoch nicht verfahren. Heute, und dann auch noch bei Regenwetter erwischt es mich.  Irgendwo ein Schild übersehen, eine Abzweigung nicht gefunden und dann wieder zurück, in der Hoffnung wieder ein passendes Schild zu finden. Stattdessen finde ich einen Hinweis zum Siegtalradweg. Bin dann zurück zum Radweg und diesem dann zum Ziel in Bonn gefolgt. Am Nachmittag waren Felix und ich dann noch in Rheinbach zum Schwimmen und Entspannen. Das Abendessen können wir dann bei strahlendem Sonnenschein in Rheinbach genießen.

 

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Freitag, 29.07.2016

Wieder ist der Himmel wolkenverhangen, als wir aufstehen. Was tun? Da wir ja schließlich zum Radfahren hier sind raffen wir uns auf, ziehen die Kleidung für starkes Regenwetter an und machen uns auf die Reise. "An Rhein und Sieg" heißt das Tagesmotto. Von der Schule aus geht es hinunter zum Rhein um dann rechtsrheinisch bis nach Bad Honnef zu fahren. Dort ist auf der Insel Grafenwerth im Rhein die Kontrolle. Bisher hat es fast ausschließlich mal mehr oder weniger heftig geregnet. Felix und ich haben die Nase voll und beschließen, auf dem kürzesten Weg wieder zurück zu fahren. Eigentlich Schade, denn die Fahrt am Rhein entlang hätte besseres Wetter verdient gehabt. Zum Mittag, als wir dann wieder zu Hause sind, bessert sich das Wetter. Nach zwei Regentagen lassen wir unseren Rädern ein weinig Pflege zukommen und ich habe noch eine kleinere Reparatur am Rad vor mir.

 

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Samstag, 30.07.2016

Heute ist Abschlusstag des BRT in Bonn. Wir haben unsere Sachen zusammen gepackt und im Auto verstaut. Für 9:30 Uhr haben Felix und ich uns mit Lothar Isken-Nieder am Start verabredet. Gemeinsam gehen wir auf die Runde Westwärts…. Das letzte Mal geht es über die Friederich-Ebert-Brücke auf die linke Rheinseite und wir folgen dem Fluss in Richtung Norden. In Höhe Niederkassel führt die Route dann nach Westen, bis zur ersten Kontrolle in Sechtem. Nach kurzer Pause, bei erneut ordentlicher Verpflegung, wird es dann spaßig. Wir verlassen die Rheinebene und klettern hinauf ins Vorgebirge. Kette rechts, und auf knapp 2km 100 Höhenmeter überwinden. Mein Knie fordert mich dazu auf, ein Stück des Anstieges zu Fuß zurück zu legen. Dann wird es wieder angenehm zu fahren; leicht welliges Gelände und super Radfahrwetter. In Höhe Weilerswist trennen sich unsere Wege. Lothar fährt die 100er Strecke, Felix und ich die 70er Runde. Wir müssen ja noch das Auto packen. Nach der Streckenteilung geht die Fahrt wieder in östlicher Richtung zurück. Am Sportplatz in Flerzheim (den kennen wir noch vom Sonntag) ist die letzte Kontrolle des Bundesradsporttreffens erreicht. Der Rest der Strecke ist nicht mehr so schön, denn wir erreichen recht zügig wieder Bonn und fahren einen großen Teil durch das Stadtgebiet.
Was bleibt zum BRT 2016 in Erinnerung? Leider zwei Regentage (kann keiner etwas dran ändern), vier!! Defekte Schläuche und eine defekte Decke, schöne Strecken, eine nette Unterkunft, ein Autofahrer, der mit seinem rechten Außenspiegel mein Handgelenk traf und eine Preisgestaltung, die von bisherigen BRT Treffen und RTF Veranstaltungen sehr weit entfernt war. Von radsportfreundlichen Preisen wurde im Vorfeld gesprochen; dem können wir Schwelmer uns nicht anschließen.
Hoffentlich setzt sich das so nicht fort!
Schade finde ich, dass die Bundesradsporttreffen in unserem Verein auf nur geringes Echo stoßen. Neidisch schaue ich immer auf die zum Teile großen Gruppen aus NRW und der Republik.

 


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