Hart, härter... Lüttich - Bastogne - Lüttich
 
Auch in diesem Jahr sind Alex und ich im Rahmen der LBL Challenge bei Lüttich - Bastogne - Lüttich auf der 274 km Strecke gestartet und wie schon letztes Jahr war die Wetterprognose für den Tag des Rennens denkbar schlecht. Umso besser war es, als wir uns bei trockenen 12 Grad in Lüttich am Start einfanden.
Nur mit dem Nötigsten bekleidet machten wir uns auf den Weg. Es sollte allerdings keine 10 km dauern bis der Regen einsetzte. Auf dem langen Anstieg aus der Stadt heraus wurde es merklich kühler und auf den Höhen der Ardennen froren uns schließlich die nassen Hände und Füße ab. Immerhin hatten wir den Wind im Rücken, weshalb es gut voran ging. Allerdings verhieß das jetzt schon schlimmen Gegenwind für den Rückweg. So kamen wir zunächst ganz gut bis Bastogne, wo ein Thermometer noch ganze 5 Grad anzeigte.
 
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Nach der Verpflegungsstelle kam dann bekanntlich das schlimmste Stück der Strecke. 10 km über eine wellige, breite Landstraße gegen den beißenden und extrem kalten Wind. Hier war Kooperation gefragt um diese Prüfung zu meistern, denn nur im Windschatten der Gruppe konnte man den Bedingungen trotzen. Der Abschnitt bis zur vorletzten Verpflegung bei etwa Kilometer 180 ließ sich gut fahren, wir wussten allerdings auch, dass die härtesten Abschnitte noch auf uns warteten, aber immerhin hatte es mittlerweile aufgehört zu Regnen.
Im Vergleich zum Vorjahr gab es ein paar Streckenänderungen. So ging es nach der Verpflegung nach kurzer Zeit links ab um eine 2 km lange Rampe mit teilweise 19% Steigung zu bezwingen... wie hart! Aber auch das hielt uns nicht auf und so kamen wir schließlich an La Redoute heran, wo die Radsportfans schon mit ihren Wohnmobilen standen, um am nächsten Tag das Profirennen zu verfolgen. Hier ging es nochmal mit maximal 20% Steigung den Berg hoch. Aber man darf sich auch danach nicht zu sicher fühlen, denn auf den letzten 50 km bis ins Ziel gab es noch so manche steile Klippe zu erklettern. Sogar im Stadtgebiet von Lüttich hörte die Schinderei nicht auf und die Strecke verlangt bis zum Ende absolut alles von den Fahrern.
 
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Am Ende erreichten wir völlig erschöpft, aber glücklich, das Ziel. Was war das wieder für ein Ritt. Lüttich - Bastogne - Lüttich ist und bleibt für mich eines der härtesten und erbarmungslosesten Eintagesrennen im Jedermannbereich überhaupt. Es hat mir bei bisher zwei Teilnahmen absolut alles abverlangt und ist insbesondere eine mentale Herausforderung, gerade unter diesen widrigen Umständen was das Wetter angeht. Bleibt noch die Frage nach dem Warum und dann auch noch als Wiederholungstäter. Die Antwort kann wohl nur das Gefühl im Ziel geben.
 
Alexander König