Vätternrundan

Die Teilnahme an der Vätternrunde war als weiteres Highlight dieser Saison geplant und es war von vornherein klar, dass dies ein anstrengendes Wochenende werden würde. Zu meinem großen Glück begleitete mich meine Freundin auf dieser Reise, um für mich da zu sein und mich zu unterstützen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Am Donnerstagmorgen gegen 6:45 machten wir uns auf den Weg. Eigentlich wollten wir schon etwas früher starten, das hat aber leider nicht so ganz geklappt. Also kämpften wir uns durch diverse Staus bis zur Fähre nach Dänemark. Ab da war es dann entspannter und wir erreichten gegen 21:30 das Hotel in Linköping. Linköping ist eine wunderbare Stadt und an sich schon einen Besuch wert, durch die Universität gibt es viele junge Menschen dort und es ist sehr lebendig.

Am Freitag fuhren wir die 50 km nach Motala um meine Startunterlagen abzuholen und wurden Zeuge einer wirklich extrem guten Organisation. Nachdem wir mit meinen Unterlagen durch die Expo geschleust worden waren, wo wir noch ein wenig durch die Verkaufsstände stöberten, fing es heftig an zu regnen. So beschlossen wir schließlich zurück und ins Hotel zu fahren und noch gut essen zu gehen. Meine Startzeit war übrigens auf 1:46 festgelegt worden, also mitten in der Nacht. Es ist so geregelt, dass aufgrund der Massen an Teilnehmern, allein knapp 20000 Menschen fuhren die 300 km Tour, die Starter in kleinen Gruppen alle 2 Minuten auf die Strecke geschickt werden. Als ich meinen Abend durchdachte und meine 2 Stunden Schlaf vor dem Start plante, kam mir die Idee schon mit dem Rad vom Hotel zum Start zu rollen und dann eventuell auch später wieder mit dem Rad zurück zu fahren oder als Notfallplan meine Freundin anzurufen.

So wurde es dann gemacht und ich verließ um 23:40 das Hotel und machte mich auf den Weg zum Start. Die Strecke dorthin war gut und zügig fahrbar und ich erreichte um halb 2 den Start in Motala. Ich wartete bis meine Startzeit auf der Anzeige über einer der drei Startspuren aufleuchtete und reihte mich ein, alle Teilnehmer und Crewmitglieder waren extrem entspannt. Um 1:46 ging es dann für meine Startgruppe los, wir rollten durch Motala und dann hinaus in die Dunkelheit. Wobei es nie so richtig finster war, es war immer ein Silberstreif am Horizont zu sehen und ziemlich schnell wurde es auch schon wieder heller.

Ich fuhr zunächst allein und wurde schließlich von einer Gruppe eingesammelt, die ein ordentliches Tempo vorlegte. Ich nutzte die Gelegenheit und rollte hier eine Zeitlang mit bis wir den zweiten Kontrollpunkt erreichten, wo ich mich ausklinkte um meine Vorräte aufzufüllen. So ging es dann weiter, mal allein, mal in Gruppen, immer in zügigem Tempo, mal am Ufer des Sees, mal im Hinterland, immer mehr oder weniger wellig. Es rollte gut auf den Straßen, der Wind war zahm und die Temperaturen waren optimal. Der Sonnenaufgang war wundervoll und es boten sich zwischendurch wunderbare Aussichten. So gingen die Kilometer und Stunden dahin und ich kam dem Ziel immer näher.

Unterwegs traf ich alle möglichen Typen von Radfahrern, die schnellen ambitionierten, die allein oder in riesigen Formationen mit ihren Vereinskollegen über den Kurs jagten. Dann gab es aber auch die gemütlichen Fahrerinnen und Fahrer, sowie ganze Familien, die sicherlich insgesamt über 15 oder 16 Stunden auf dieser Runde unterwegs sind. Ich ziehe meinen Hut und verneige mich vor dieser Moral. Allen, die zu dieser Tour angetreten sind, gilt mein größter Respekt.

Ich erreichte schließlich nach 9 Stunden und 50 Minuten den Zielbereich in Motala, wo ich mich entschied auch den Rückweg ins Hotel mit dem Rad zu bestreiten. Mit dem leicht aufgefrischten Wind im Rücken und der Finisher-Medaille um den Hals flog ich fast von allein zurück nach nach Linköping. Am Hotel angekommen stand der Tacho bei 395 km, also drehte ich noch eine kleine Runde um die 400 voll zu machen. Man ist ja schon ein wenig verrückt solche Gedanken und Ideen überhaupt zu haben.

Nach der wohlverdienten Dusche schlief ich sofort ein und musste zum Abendessen geweckt werden. Am nächsten Morgen traten wir den Heimweg an, der sich auf deutschem Boden aufgrund des enormen Verkehrs noch zur Tortur entwickeln sollte, aber wir sind dann doch noch gut zu Hause angekommen.

Dieser Kurztrip nach Schweden hat sich trotz seiner Intensität, wir waren danach völlig erschöpft, total gelohnt. Wir haben in einer wunderbaren Stadt residiert und ich durfte an einer großartig organisierten Veranstaltung teilnehmen. Selten bin ich so eine entspannte Radtour gefahren, völlig stressfrei und dazu noch in so tollem Ambiente. Ich bin absolut begeistert von dieser Veranstaltung, daher meine absolute Empfehlung an alle von euch diese Tour auch mal zu fahren. Es lohnt sich!

Alexander König

 

Hier findet ihr die Photos