Bericht vom Bundesradsporttreffen 2018 in Langenselbold

Von einer Hitzeschlacht will ich hier nicht berichten. Dieses Vokabular ist dann doch reserviert für die Profis der Tour de France, die zur gleichen Zeit die Rampen in den Pyrenäen bezwangen. Aber wir Hobbyradler haben schon gewaltig gerungen mit den hohen Temperaturen rund um den Vogelsberg. Das darf man schon behaupten! Auch wer pünktlich um 8 Uhr am Start war, konnte der vollen Mittagshitze nicht entgehen. Zumindest nicht auf der großen Runde. Und dann waren auch mal gerne 35 Grad auszuhalten.

Angeboten wurden wie jedes Jahr Touren von 40, 70 und 100 Km. Hinzu kamen am Sonntag, dem Eröffnungstag, noch eine RTF mit 150 Km und ein Radmarathon von 210 Km. Gestartet wurde im Schlosspark in Langenselbold, eine schöne Location. Anmeldung und Catering befanden sich in der sogenannten "Herrenscheune". Gemütlich zusammen sitzen konnte man dann im großen Schlosspark, wo auch das Rahmenprogramm stattfand, das hauptsächlich aus Darbietungen im Kunstradfahren bestand. Eine Sportart die beim RSV 1910 Langenselbold auf Wettkampfniveau betrieben wird.

Die über die Woche angebotenen Strecken waren sehr attraktiv. Das Gebiet am Vogelsberg, der Spessart, das Kinzigtal bis zur Rhön und in seinen Rändern das Rhein-Main Gebiet konnten durchfahren werden. Landschaftlich schön, abwechslungsreich und anspruchsvoll. 16 Prozent Steigung waren dann auch mal dabei.

Mein persönliches Highlight war die Tour durch den Spessart. Lange Streckenstücke auf sehr guten Straßen durch den Hochwald. Da gab es reichlich Schatten. Dann mitten in Bad Orb eine Verpflegungskontrolle mit dem sehr beliebten 0,0 % Bier eines Sponsors. Danach eine lange, rasante steile Abfahrt mit der Erkenntnis am Ende: "Schild übersehen, Abzweig verpasst!" Fährt man alleine, ist in solchen Situationen die Stimmung schnell im Keller, aber hier waren vier Augen blind, also halb so schlimm. Die steile Bergstraße zurück mussten wir nicht mehr. Das Handy hat uns auf Umwegen wieder zurück auf die Strecke geführt. Die Spessart-Tour blieb somit mein Favorit.

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Der Trend zum E-Bike war auch in Langenselbold nicht zu übersehen. Sowohl Rennrad, Tourenrad, MTB und auch ein Tandem waren mit Motor auf der Strecke. Die Teilnehmerzahlen lagen über die Woche pro Tag bei ca. 600 im Durchschnitt. Am Sonntag sollen es sogar 1000 gewesen sein. Auffällig war auch hier, wie wenig Fahrer mittlerweile mit der BDR Startnummer unterwegs sind, mein gefühlter Eindruck tendiert zu unter 50%.

Auf Grund der wenigen Übernachtungsmöglichkeiten in Langenselbold, war unser Quartett geteilt in den Nachbarorten Rodenbach und Gründau untergebracht. Von Rodenbach waren es nur 6 Km bis zum Start. Von Gründau aus mussten schon 16 Km gefahren werden. Trotz der räumlichen Entfernung haben wir uns aber jeden Abend zum Essen getroffen. Das war schon sehr schön und lustig.

Fazit der der gemeinsamen Woche in Langenselbold: Es hat sich mal wieder gelohnt dabei gewesen zu sein! Von der Struktur zwar immer gleich, trotzdem mit dem Charme einer Wundertüte. Beim Bundesradsporttreffen weiß man nie so wirklich was einen erwartet, was ich irgendwie spannend finde. Deswegen bin ich im nächsten Jahr auch wieder dabei, dann in Neustadt an der Weinstraße.

MfG

Heiner

 

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