Berlin total 2019

„Berlin ist immer eine Reise wert“! Diesen Satz würde ich schon in Stein meißeln. Besonders wenn man dazu noch die Radsportangebote der rührigen Berliner Vereine nutzt. In unserem Fall die RTF Klassiker „Schloss Meseberg“ und „Berlin total“ des Schöneberger Radfahrer-Verein Iduna 1910 e.V.

Terminlich nur zwei Tage auseinander, passt das prima für einen Kurzurlaub. Diese Reise haben wir 2016 schon einmal mit 5 Sportlern gemacht. Dieses mal konnten wir immerhin mit 9 aktiven Radsportlern an den Start gehen. Unsere Trikots in den hellen, leuchtenden Farben stachen schon aus der Menge der Fahrer heraus. „Wo ist denn Schwelm“, wurde etliche Male gefragt? „In der Nähe von Wuppertal“ reichte dann aber schon als Antwort. Die Stadt der Schwebebahn kennt halt jeder.

Los ging es am Donnerstag, Himmelfahrt, mit der RTF nach Schloss Meseberg. Gestartet wurde diese Tour in Leegebruch bei Oranienburg, das ca. 43 Km in nördlicher Richtung von Berlin entfernt liegt. Die 111 Kilometer Tour unserer Wahl ließ sich bei sonnigem, warmen Wetter locker treten. Berge gibt es ja hier nicht. Dafür allerdings teilweise heftigen Wind. Geführt über ruhige Landstraßen und durch kleine beschauliche Ortschaften, auch mal mit groben Kopfsteinpflaster, geben dieser Tour schon einen Hauch von Idylle, Zumindesten bis Schloss Meseberg. Kurz danach ändert sich der Charakter der Strecke. Auf der Rückfahrt gibt es längere Passagen mit relativ starkem Verkehr. Bestens bestückte Verpflegungskontrollen lassen diesen kleinen Makel aber schnell vergessen.

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Für den Freitag mussten wir uns selber ein Programm ausdenken. Auf jeden Fall auf´s Rad. Das stand schnell fest. In Berlin sind ungezählte permanente Radtouren im Angebot. Aber davon wollten wir keinen Gebrauch machen. Einfach eine gemütliche Kaffeefahrt soll es heute sein. Die starten wir am Funkturm. Fahren dann durch ein Waldgebiet parallel zur ehemaligen Avus Richtung Wannsee. Eine Menge Betrieb hier. Die Gartenlokale sind voll. Also weiter nach Potsdam. Bis „Alexandrowka“, der russischen Kolonie in dieser Stadt, eine gute Entscheidung. Auf einer großen Streuobstwiese, ganz unkonventionell zur Gartenwirtschaft ausgewiesen, genießen wir  den typischen Zupfkuchen und original russisches Eis. Sommerfeeling pur! 46 Kilometer  Fahrstrecke reichen heute.

Schon stehen wir im Friedrich-Ebert Stadion in Tempelhof. Es ist Samstag 10,30 Uhr. Wir warten auf den Start zur 41. „Berlin total“ RTF. Wie 2016: Alles ist tiefenentspannt! Hier kommt die große Erfahrung der Berliner Radsportfreunde und der Polizei voll zum tragen. Dann geht es los. Rund 250 Fahrer im geschlossenen Verband quer durch die Stadt, immer Vorfahrt. Sightseeing tour? Bedingt ja! Auf jeden Fall mit sportlichem Anspruch, zumindest was die Konzentration angeht. Die ist permanent gefordert. Abstand halten, Loch zufahren, Anschluss halten! Die BDR Kontrollfahrer an der linken Flanke behalten den Überblick und geben wenn nötig kurze Anweisungen. Fast immer ca. 30 Km/h. Kurzzeitig auch mal knapp 40 Km/h. Das Tempo war dieses mal höher. Man mag es, oder man mag es nicht. Ich denke dazwischen gibt es nichts.

Für mich war es auch beim zweiten mal noch absolut spannend. Es geht ja immerhin durch unsere Hauptstadt. Zwar fehlten dieses mal einige Sehenswürdigkeiten (Brandenburger Tor, Schloss Charlottenburg) an der Strecke, aber auf Baustellen und Demos hat der Veranstalter natürlich keinen Einfluss. Der hat uns letztendlich wieder ein Highlight in der RTF Saison geboten. Vielen Dank noch einmal aus der Ferne dafür!

Besonders gut lief es in diesem Jahr auch mit der Unterbringung. Alle zusammen konnten wir im Hotel TRANSIT in Kreuzberg wohnen. Mitten im Kiez, in einem Hotel mit jugendlichem Flair, waren wir prima aufgehoben. Logistik war dann auch kein Thema. 9 Sportler, 9 Räder, 1 Kleinbus. Man glaubt es kaum, aber wir waren optimal mobil. Herzlichen Dank an Lothar, der Hotel und Bus möglich machte. Zum Schluss wieder zum Anfang. Ich glaube, jeder der dabei war, unterstreicht den ersten Satz ganz dick.

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