Südtirol 2019

Dieses Jahr zog es mich im Juli nach Südtirol um noch einmal die Tour d'Ortles zu fahren, die ich letztes Jahr schon mitgenommen hatte. Irgendwie ist diese Nummer genau mein Ding: lang, hart und in den Alpen mit wundervollen Ausblicken. Also stand ich am Samstagmorgen um 5 Uhr am Start, nachdem ich am Freitag angereist war und in Riffian oberhalb von Meran Quartier bezogen hatte.

Zuerst ging es über das Stilfser Joch, von Meran aus sind das deutlich über 2000 Höhenmeter. Es lief rund bei mir und ich erklomm den Pass ruhig und gleichmäßig ohne Schwierigkeiten. Der Gaviapass war gesperrt, deshalb ging es nach dem Stelvio über den Mortirolo. So wurde die Nummer insgesamt noch länger und härter. Mit seinen brutalen Rampen verlangte der Mortirolo mir alles ab, aber die verkehrsarme Straße, die fast wie ein Radweg anmutete, entschädigte dafür. Dann ging es über den Tonale wieder in Richtung Meran. Es war ganz schön warm geweorden im Tal, damit hatte ich zu kämpfen, aber kein Vergleich zu letztem Jahr, als ich völlig einging. Zuletzt wartete der Gampenpass. Dort war dann Weltuntergang: Gewitter, Starkregen, Hagelkörner mit dem Durchmesser einer 2 Euro Münze und Sturmböen, die mich zweimal zum Absteigen gezwungen haben. Was für Naturgewalten, nach einem Tag voll Hitze, dann noch frieren am Ende. Nach einer Cola auf der Passhöhe noch die letzte Abfahrt nach Meran. Es hatte aufgehört zu regnen und unten war es zum Glück wieder warm. Jetzt galt es nur noch die letzten 200 Höhenmeter zur Pension zu bewältigen, dann war es geschafft.

65936047 1290363427808392 3479775876084662272 n66026517 1290363164475085 8329842260296335360 n

 

 

Am nächsten Tag fuhr ich eine Runde über den Jaufenpass und das Penser Joch. Am Jaufen ging es für die erste Hälfte über eine traumhafte Nebenstrecke ohne Autos, dann musste ich auf auf die Passstraße wechseln. Der Verkehr war aber ok, auch wenn einige enge Überholmanöver immer wieder Stress verursachten, das zog sich leider durch meinen gesamten Aufenthalt hier. Im Anstieg zum Penser Joch traf ich eine Truppe Rennradfahrer mit Begleitfahrzeug, die mir meine Flaschen auffüllten, sehr nett. Der Pass war mir bisher unbekannt, im oberen Teil fand ich ihn landschaftlich wirklich ansprechend. In der Abfahrt vom Penser Joch gab es dann doch noch Regen, der sich aber in Grenzen hielt. Die Tunnel kurz vor Bozen waren schlimmer, hoch möchte ich da nicht fahren, mit 60 Sachen runter war das kein Problem, allerdings fühle ich mich in Tunneln grundsätzlich sehr unwohl. Ab Bozen ging es dann ganz entspannt über feinste Radwege entlang der Etsch zurück nach Meran und schließlich nach Riffian. Sehr beeindrucken mit welcher Radwegeinfrastruktur diese Region aufwarten kann, so kann man zum Beispiel vom Brenner bis zum Gardasee auschließlich über Radwege fahren und es gibt noch einige andere tolle Routen.

 

An meinem letzte Tag wollte ich unbedingt die "Sellaronda" fahren. Die berühmte Runde rund um die Sellagruppe, auf der am Tag zuvor der Dolomitenmarathon stattgefunden hatte. Da ich meine Auto auf keinen Fall benutzen wollte, beschloss ich mit dem Rad anzufahren und die Anfahrt zu den Pässen von gaaaanz unten über Bozen in Angriff zu nehmen. Der Aufstieg führte mich auch durch Kastelruth und schließlich auf das Sellajoch und über die anderen drei Pässe. Es ging nach sehr langer und schneller Abfahrt wieder über den Radweg zurück nach Riffian. Es war einfach eine ganz andere Welt da oben im Vergleich zu den zwei vorherigen Tagen. Die markanten Felsformationen der Dolomiten sind unglaublich beeindruckend. Es hat sich gelohnt diese Tour noch zu machen, danach musste ich leider wieder nach Hause fahren.

 

screenshot 2019 08 09 passo pinei sellaronda radfahrt strava66197467 1291896734321728 8933428445493329920 n

Hier weitere Impressionen von unterwegs.